Ein KI‑Modell hat gerade echte mathematische Schwachstellen in zwei Kryptosystemen entdeckt, die Experten jahrelang geprüft hatten. Kein Jailbreak, keine Demo – echte neuartige Angriffe. Das Frontier Red Team von Anthropic veröffentlichte das am 28. Juli.
Was Claude Mythos tatsächlich getan hat
Claude Mythos ist das unveröffentlichte Frontier‑Modell von Anthropic und fungierte hier als halbautonomer Forschungsagent. Bei HAWK, einem NIST-Post-Quantum-Signatur-Kandidaten, verbesserte es den besten Angriff von 2^64 auf 2^38 Operationen – wodurch die effektive Stärke des kleinsten Schlüssels stark reduziert und Forscher gezwungen wurden, die Schlüssellängen zu verdoppeln. Das dauerte etwa 60 Stunden und rund 100 000 $ an API‑Kosten. Bei AES erfand es einen Fingerprinting‑Trick namens „Möbius Bridge“, der einen Meet-in-the-Middle-Angriff auf 7‑Runden‑AES‑128 um das 200‑ bis 800‑fache beschleunigt und fast vollständig autonom drei Tage lang lief.
Warum es wichtig ist
Nichts im produktiven Einsatz ist kaputt – HAWK ist nicht ausgerollt und der AES‑Angriff betrifft nur eine reduzierte Rundenversion. Entscheidend ist die Fähigkeit. Ein Modell, das von einer einzigen Person gesteuert wird, die Projektmanagement statt Mathematik übernimmt, übertraf jahrelange Experten‑Reviews. Dies ist Claude Mythos, bereitgestellt über die Anthropic‑API, positioniert als Forschungskollaborateur für die schwierigsten formalen Probleme, nicht als Chatbot.