Europas Antwort auf die amerikanischen und chinesischen Frontier-Labs hat jetzt einen Namen: EUROPA. Am 19. Juni benannte die Europäische Kommission das von dem italienischen Unternehmen Domyn geleitete EUROPA-Konsortium zum Gewinner ihrer Frontier AI Grand Challenge — und damit zum Mandatsträger für den Aufbau eines Open-Source-Frontier-Modells in allen 24 offiziellen EU-Sprachen.
## Was wird gebaut
Das Ziel ist ein Modell mit über 400 Milliarden Parametern, das vollständig auf europäischen öffentlichen Supercomputern trainiert wird. Das Konsortium erhält bis zu 2,5 % aller EuroHPC-Kapazität für ein Jahr — eine der größten KI-Rechenleistungs-Zuweisungen, die die EU je gewährt hat. Das Modell wird unter einer permissiven Lizenz bereitgestellt und von Anfang an gemäß der AI Act reguliert.
## Warum es wichtig ist
Dies ist ein Souveränitätsspiel, nicht nur ein weiteres großes Modell. Ein permissiv lizenziertes Frontier-Modell, das auf EU-Rechenleistung trainiert wird, bietet regulierten Branchen — Banken, Gesundheitswesen, Behörden — eine Bereitstellungsoption, die Vendor-Lock-in und die Bedenken zur Datenspeicherung vermeidet, die mit geschlossenen amerikanischen APIs einhergehen. Der Umfang von 24 Sprachen ist das andere Zeichen: Die meisten Frontier-Modelle sind englisch-zentriert, und Europa setzt darauf, dass die native Abdeckung seiner eigenen Sprachen es wert ist, von Grund auf neu aufgebaut zu werden, anstatt später feinabgestimmt zu werden.