Frage ChatGPT nach einer Eröffnungsszene im Stil von Stephen King, und es lehnt jetzt ab, stattdessen ein Originalstück anzubieten, das auf „kleinstädtischer Angst“ basiert und dabei „seine eigene Stimme“ behält. Keine Ankündigung, kein Changelog. Ars Technica hat das Verhalten diese Woche entdeckt und es schoss an die Spitze von Hacker News.
Die Änderung war leise - und kürzlich
Die Forschungsgruppe No Latency prüfte Mitte Juli fünf Chatbots: Damals verweigerte ChatGPT lebende Autoren, imitierte aber gern verstorbene wie Dickens und Hemingway. Jetzt sind auch verstorbene Autoren blockiert. Claude und Gemini reagieren weiterhin auf dieselben Eingaben, was zeigt, dass dies kein Branchenstandard ist – sondern ein Unternehmen, das sein Produkt unter rechtlichem Druck anpasst.
Warum Juristen, nicht Ingenieure, diese Entscheidung trafen
Das Urheberrecht schützt keinen Stil. OpenAI kämpft jedoch gegen eine Sammelklage der Authors Guild von 17 Schriftstellern, darunter George R.R. Martin und John Grisham, und Ausgaben, die einen benannten Autor explizit imitieren, sind genau die Art von Beweismaterial, die die Kläger wollen. Deshalb wurde das Produkt angepasst, bevor die Gerichte es taten.
Der Umweg funktioniert weiterhin: Beschreibe die Merkmale statt den Autor zu nennen. Das bedeutet, dass nur die Formulierung blockiert wird, nicht die Fähigkeit – ein rechtlicher Schutz, kein technischer.