Reuters berichtete am 3. Juli, dass Alibaba Claude Code — Anthropics agentisches Codierungstool, das im Terminal läuft — ab dem 10. Juli aus allen Arbeitsumgebungen verbieten wird und dabei „eingebaute Hintertür‑Risiken“ anführt. Das ist die bisher schärfste Eskalation im Anthropic‑Alibaba‑Konflikt.
Was das „Backdoor“ tatsächlich war
Seit v2.1.91 (2. April) prüfte Claude Code stillschweigend, ob die Zeitzone des Systems Asia/Shanghai oder Asia/Urumqi war und ob die Proxy‑URL mit einer verschleierten Liste von 147 chinesischen Tech‑Domains übereinstimmte. Markierte Sitzungen erhielten einen unsichtbaren Marker — ein leicht abweichendes Apostroph in der System‑Eingabeaufforderung — das nur von Anthropics Servern gelesen werden konnte. Ein Reddit‑Nutzer entdeckte es, das chinesische Medium Yicai verstärkte die Meldung, Alibaba reagierte.
Warum das wichtig ist
Anthropics Claude‑Code‑Ingenieur Thariq Shihipar sagt, es sei ein Anti‑Missbrauch‑Mechanismus und kein Spyware: Das Unternehmen wirft dem Qwen‑Labor von Alibaba 28,8 Millionen Destillations‑Abfragen gegen Claude über 25.000 gefälschte Konten vor. Die Prüfung wurde am 1. Juli zurückgezogen — zu spät. JPMorgan und Goldman hatten Claude bereits in Hongkong eingeschränkt. Der US‑China‑KI‑Kampf hat sich von der Model‑Ebene auf das Tool auf Ihrem Laptop verlagert, und chinesische Entwickler, die auf Claude Code setzen, sind nun beidseitige Kollateralschäden.