Anthropic hat aufgehört, nur Modelle zu verkaufen. Am 30. Juni startete das Unternehmen ein internes Medikamenten-Entdeckungs-Programm, das sich auf „vernachlässigte Krankheiten“ konzentriert – Zustände, bei denen die Biologie gut verstanden ist, sich aber große Pharmafirmen nicht kümmern, weil es kein Geld einbringt.
Was es eigentlich ist
Zwei Dinge. Erstens laufen echte präklinische Arzneimittelprogramme innerhalb von Anthropic. Zweitens Claude Science, ein Forschungs-Workbench, das Claude mit über 60 genomischen, proteomischen und chemischen Datenbanken sowie Tools wie PubMed und Jupyter verbindet – es kann eigenständig Single-Cell-RNA-Sequenzierung oder CRISPR-Design durchführen. Die Workbench befindet sich in der Beta-Phase für Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Nutzer, sie ist keine offene API. Die Logik ist ein Kreislauf: Medikamente selbst herstellen, lernen, was die KI benötigt, und diese KI dann an Biopharma verkaufen. Novo Nordisk und das Allen Institute sind bereits Kunden.
Warum das wichtig ist
Anthropic testet seine eigene Wissenschaft-KI an einem Problem, das der Markt ignoriert, und unterstützt sie mit 50 000 Forschungszuschüssen im Wert von bis zu 30 000 $ pro Kredit – die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli. Es ist außerdem das Startsignal: Anthropic, Google und OpenAI kämpfen nun direkt um KI-gestützte Medikamenten-Entdeckung.